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Einfamilienhaus in der Schweiz mit Photovoltaikanlage beim Kauf oder Verkauf
PV-Anlagencheck Solaranlage Inspektion Anlagensicherheit

Haus kaufen oder verkaufen: Welche Rolle Solaranlagen heute spielen

Sascha Wyss
Sascha Wyss

Beim Kauf oder Verkauf eines Einfamilienhauses ist die Solaranlage längst mitverkauft.
Doch was viele unterschätzen: Schon kleine Abweichungen bei Ertrag oder Zustand können zu messbaren finanziellen Folgen in CHF führen. Dieser Beitrag zeigt mit konkreten Zahlen, worauf Käufer und Verkäufer achten sollten und wann Transparenz bares Geld spart


Solaranlagen auf EFH & MFH in der Schweiz – der Status quo

Die Schweiz gehört europaweit zu den Ländern mit stark wachsendem PV-Bestand auf Wohngebäuden:

  • Über 30 % der Einfamilienhäuser, die in den letzten 15 Jahren gebaut oder saniert wurden, verfügen heute über eine Photovoltaikanlage [1]
  • Bei Mehrfamilienhäusern (MFH) liegt der Anteil tiefer, wächst aber stark: je nach Region 10–20 %, Tendenz steigend
  • Ein grosser Teil dieser Anlagen ist älter als 8–12 Jahre – also ausserhalb der klassischen Gewährleistungsphase
Gerade diese Altersklasse ist beim Eigentumswechsel besonders kritisch.
 

Ertragseinbussen: kleine Abweichung, grosse Wirkung

In der Praxis zeigen sich bei Bestandsanlagen häufig stille Mindererträge, ohne dass ein Fehler im Monitoring angezeigt wird.

Typische Ursachen:
 
  • Verschmutzung & Ablagerungen
  • Teilverschattung (Vegetation, neue Aufbauten)
  • geänderte Netz- oder Wechselrichterparameter
  • Alterungsbedingte Effekte an Modulen
  • Alterung und Schwachstellen bei DC-Kabeln & Steckverbindungen
  • Wechselrichter-Probleme ausserhalb der Garantie

Konkrete Zahlen 

Ertragseinbruch von 10–25 % ist bei ungeprüften Anlagen keine Seltenheit.

Beispiel EFH-Anlage: 10 kWp Anlage

Soll-Ertrag: ca. 9’500–10’000 kWh/Jahr

20 % Minderertrag = ~2’000 kWh/Jahr

Bei einem Stromwert von CHF 0.25–0.30/kWh entspricht das:
CHF 500–600 pro Jahr
CHF 5’000–6’000 über 10 Jahre

Ein Betrag, der bei Kaufpreisverhandlungen sehr schnell relevant wird.
Techniker überprüft Solaranlage
1 Techniker prüft Wechselrichter vor Ort
Verschattung an Solaranlage

2 Bild Verschattung durch Vegetation

 

Mögliche Folgekosten nach dem Kauf

Viele Käufer rechnen mit „kostenlosem Solarstrom“ unterschätzen aber die möglichen Nachinvestitionen.

Typische Folgekosten bei ungeklärter Ausgangslage:
 
  • Austausch oder Reparatur Wechselrichter: CHF 2’000–4’000
  • Behebung von Installationsmängeln: CHF 1’000–3’000
  • Nachträgliche Mess- oder Sicherheitsprüfungen (gemäss NIV): CHF 500–1’500
  • Ertragsverluste bis zur Fehlererkennung: oft mehrere hundert CHF pro Jahr

Diese Kosten treten nicht sofort, sondern schleichend auf und sind nach dem Kauf voll Sache des neuen Eigentümers.


Warum Transparenz für Verkäufer entscheidend ist

Aus Verkäufersicht zeigt sich immer klarer:

  • Käufer stellen gezieltere Fragen zur PV-Anlage
  • Unsicherheit führt zu Preisabschlägen oder Verzögerungen
  • Aussagen wie „die Anlage läuft gut“ reichen nicht mehr

Schon wenige offene Punkte können den wahrgenommenen Mehrwert der Solaranlage relativieren – obwohl technisch oft alles lösbar wäre.


Die Solaranlage ist kein Zubehör – sondern ein Energiesystem

In der Schweiz wird eine PV-Anlage rechtlich und technisch als Teil der Liegenschaft betrachtet. Gleichzeitig unterliegt sie:

  • technischen Normen
  • der Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV)
  • laufenden betrieblichen Einflüssen

Sie verdient daher beim Kauf oder Verkauf volle Transparenz.


EP Vision Fazit

Eine Solaranlage kann den Wert eines Einfamilienhauses klar erhöhen, wenn ihr Zustand und ihr Ertrag nachvollziehbar sind.

Ohne Einordnung entstehen Unsicherheiten, die schnell mehrere Tausend Franken ausmachen können. Für Käufer wie auch Verkäufer.

Unklar, wie Ihre bestehende Solaranlage wirklich dasteht?

Ein neutraler Anlagencheck schafft Transparenz zu:
 
  • aktuellem Ertrag
  • technischem Zustand
  • möglichen Risiken nach dem Eigentumswechsel

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