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So überzeugen Sie die Stockwerkeigentümer-versammlung von Ihrer Solaranlage

Sascha Wyss
Sascha Wyss

Wer kennt das nicht?
Eine Idee liegt auf dem Tisch, eigentlich sinnvoll, wirtschaftlich und zukunftsorientiert, und trotzdem bleibt am Ende alles beim Alten. In Stockwerkeigentümerversammlungen passiert genau das regelmässig bei Solaranlagen.  Viele finden Photovoltaik grundsätzlich gut, aber sobald es konkret wird, tauchen Fragen, Unsicherheiten und Widerstände auf. Am Schluss heisst es dann oft: „Prinzipiell ja – aber jetzt noch nicht.“

Die Realität: Die meisten Solarprojekte im Stockwerkeigentum scheitern nicht an Technik oder Wirtschaftlichkeit, sondern an fehlender Klarheit im Entscheidungsprozess. Unterschiedliche Interessen, unklare Zuständigkeiten und zu wenig strukturierte Informationen verhindern Mehrheiten obwohl das Potenzial offensichtlich wäre.

Genau hier setzt dieser Beitrag an. Er zeigt, wie aus einer guten Idee ein tragfähiger Mehrheitsentscheid wird – sachlich, verständlich und ohne Druck.


7 unschlagbare Strategien: 

 

1. Rechtliche Klarheit als Vertrauensbasis

Für Anlagen auf Gemeinschaftseigentum ist ein Beschluss der Stockwerkeigentümerversammlung erforderlich. In der Regel handelt es sich um eine wertvermehrende Massnahme, was die rechtliche Hürde in den letzten Jahren spürbar gesenkt hat. Entscheidend ist, dass alle Eigentümer frühzeitig, vollständig und nachvollziehbar informiert werden.

In der Praxis wirkt rechtliche Klarheit nicht belehrend, sondern beruhigend: Sie signalisiert Struktur, Vorbereitung und Verlässlichkeit.
 

2. Vorbereitung entscheidet, nicht die Versammlung

Erfolgreiche Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie vor der Versammlung bereits gedanklich durchgearbeitet sind. Dazu gehören:

  • transparente Investitionsrahmen mit mehreren Szenarien
  • realistische Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen über die Lebensdauer
  • eine technische Einschätzung zur Dachnutzung (ohne Detailplanung)

Nicht Perfektion überzeugt, sondern Nachvollziehbarkeit.


3. Einzelgespräche reduzieren Widerstände

Ein häufig unterschätzter Faktor ist der informelle Austausch im Vorfeld. Einzelne Gespräche helfen, Bedenken früh sichtbar zu machen, bevor sie sich in der Versammlung verstärken. Erfahrungsgemäss kristallisieren sich wenige, wiederkehrende Fragestellungen heraus – genau dort entsteht später die grösste Wirkung.
 

4. Typische Einwände verstehen, nicht bekämpfen

Ob Kosten, Ästhetik, Haftung oder administrativer Aufwand. Diese Punkte tauchen nahezu immer auf. Entscheidend ist der Umgang damit. Sachliche Einordnung, Praxisbeispiele und klare Zuständigkeiten schaffen Vertrauen, besonders dann, wenn Betrieb, Monitoring und Abrechnung von Beginn an mitgedacht werden.
 

5. Betreibermodelle als Schlüssel zum Konsens

Im Stockwerkeigentum ist nicht die Anlage selbst, sondern das Betreibermodell der eigentliche Erfolgsfaktor. Modelle wie Eigenverbrauchsgemeinschaften oder vZEV-Strukturen ermöglichen Flexibilität, ohne Zwang für einzelne Parteien. Unterschiedliche Verbrauchsprofile lassen sich so sauber abbilden, ohne das Gemeinschaftsinteresse zu verletzen.
 

6. Förderungen richtig einordnen

Fördermittel wirken nicht als Verkaufsargument, sondern als Risikoreduktion. Werden sie realistisch und konservativ dargestellt, unterstützen sie die Entscheidungsfindung insbesondere in Kombination mit langfristigen Energiepreisbetrachtungen.


7. Timing erklären – ohne Druck

Erfolgreiche Beschlüsse entstehen selten aus Eile, sondern aus Verständnis. In der Praxis reicht oft ein Grundsatzentscheid, um das Projekt sauber weiterzuentwickeln. Die Details folgen später. Strukturiert, transparent und gemeinsam.


Fazit: Mehrheiten entstehen durch Struktur, nicht durch Überredung

Stockwerkeigentümer sind in der Regel nicht gegen Photovoltaik. Sie sind gegen Unsicherheit.
Wer technische Machbarkeit, wirtschaftliche Logik und Betriebskonzepte verständlich zusammenführt, schafft eine Entscheidungsbasis, die auch langfristig trägt.

Bei EP-Vision liegt genau hier der Fokus: Einordnung statt Verkauf, Klarheit statt Komplexität, Betrieb statt nur Bau.


Praxisbeispiel

In einer Zürcher STWEG mit 12 Parteien scheiterte ein PV-Projekt zweimal an der Abstimmung. Erst durch eine neutrale Voranalyse (Ertrag, Betrieb, Abrechnung, Entscheidungsoptionen) wurde der emotionale Druck aus der Diskussion genommen.

Ergebnis: Grundsatzentscheid mit klarer Mehrheit ohne Verpflichtung einzelner Parteien, aber mit sauberem Fahrplan für die Umsetzung.


Nächster Schritt – Klarheit und Unterstützung bis zur Entscheidung

Du möchtest das Thema Solaranlage strukturiert angehen,
bist dir aber unsicher, wie du die Eigentümergemeinschaft sicher zu einem mehrheitsfähigen Entscheid führst?

Ich begleite dich unabhängig – von der ersten Einschätzung über Ertrag, Wirtschaftlichkeit und passende Betreibermodelle bis hin zur Eigentümerversammlung selbst.
Auf Wunsch bin ich persönlich vor Ort dabei und unterstütze euch neutral bei Fragen und Diskussionen.

So entsteht Klarheit statt Unsicherheit.


Quellenverzeichnis

Bundesamt für Energie (BFE)
Grundlagen zu Photovoltaik, Eigenverbrauch, Förderinstrumente
Fakten zu Einmalvergütung (EIV)
Themenbereich: Solarenergie / Photovoltaik

Swissolar
Wirtschaftlichkeit, Betriebskonzepte, EVG Themenbereich: Solarstrom im Stockwerkeigentum

EnergieSchweiz
Energetische Sanierungen, Entscheidungsgrundlagen für Eigentümergemeinschaften

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