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Bild Mensch vor Anlage. Fragend wegen Betreibermodell.
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ZEV, vZEV oder LEG – welches Modell passt zu dir?

Sascha Wyss
Sascha Wyss

Wer kennt das nicht?

Du hast eine Solaranlage auf dem Dach – oder planst eine. Du hörst von ZEV, vZEV, LEG. Alle drei klingen ähnlich, alle drei haben mit Solarstrom-Sharing zu tun. Aber was ist der Unterschied? Und welches Modell passt zu deiner Liegenschaft?

Diese Frage begegnet mir regelmässig. Und sie ist berechtigt – denn die drei Modelle unterscheiden sich in Voraussetzungen, Aufwand und Wirtschaftlichkeit erheblich. Wer das falsche wählt, zahlt drauf oder vergibt Potenzial.

Drei Modelle, eine Grundidee

Allen drei Modellen liegt dieselbe Idee zugrunde: Selbst produzierter Solarstrom soll nicht einfach ins Netz eingespeist werden, sondern lokal genutzt werden – von Mietern, Nachbarn oder Eigentümern. Das erhöht den Eigenverbrauch, senkt Stromkosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Der Weg dahin unterscheidet sich jedoch stark.

ZEV – der Klassiker im Mehrfamilienhaus

Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ist das älteste Modell und seit 2018 in der Schweiz möglich. Er funktioniert einfach: Mehrere Parteien in einer Liegenschaft – Mieter, Stockwerkeigentümer oder Eigentümer und Mieter gemeinsam – schliessen sich zusammen und teilen den Solarstrom über das hausinterne Netz. Nach aussen treten sie gegenüber dem Netzbetreiber als Einheit mit einem einzigen Anschlusspunkt auf.

Für intern genutzten Solarstrom fallen keine Netzgebühren an. Ideal für einzelne Mehrfamilienhäuser mit einem einzigen Netzanschluss. Voraussetzungen: Einigung aller Beteiligten, interne Messinfrastruktur (Smart Meter pro Einheit, ca. CHF 300–500), ZEV-Vertrag, Anmeldung beim Netzbetreiber.

vZEV – der virtuelle Zusammenschluss für mehrere Gebäude

Der virtuelle ZEV (vZEV) ist seit dem 1. Januar 2025 möglich und löst ein konkretes Problem: Was ist, wenn die Anlage nicht auf dem Dach des MFH steht, sondern auf einem Nachbargebäude? Oder wenn mehrere Parzellen einbezogen werden sollen?

Beim vZEV nutzen die Teilnehmer die öffentliche Anschlussleitung – ohne eigene interne Kabel verlegen zu müssen. Auch hier entfallen Netzgebühren für intern genutzten Strom. Ideal für Liegenschaftseigentümer mit mehreren Gebäuden auf benachbarten Parzellen. Smart Meter bei allen Teilnehmern ist Pflicht.

LEG – die lokale Energiegemeinschaft auf Quartier-Ebene

Die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) ist das neueste Modell und seit dem 1. Januar 2026 möglich. Hier können Erzeuger und Verbraucher in der gleichen Gemeinde auf der gleichen Netzebene Solarstrom miteinander teilen – auch ohne direkte Nachbarschaft.

Bei der LEG wird das öffentliche Netz stärker genutzt – deshalb fallen Netzgebühren an, jedoch mit einem Rabatt von 40 %. Ideal für Überschussproduktion, die intern nicht verbraucht werden kann, und für Quartierslösungen. Voraussetzung: gleiche Gemeinde, gleiche Netzebene, Smart Meter bei allen.

Der direkte Vergleich

  ZEV vZEV LEG
Seit 2018 01.01.2025 01.01.2026
Netzgebühren intern Keine Keine bis 40 % Rabatt
Radius 1 Liegenschaft Mehrere Parzellen Quartier/Gemeinde
Smart Meter Pflicht Empfohlen Ja, bei allen Ja, bei allen
Komplexität Gering Mittel Mittel–Hoch
Ideal für MFH, 1 Anschluss Mehrere Gebäude Quartier, Überschüsse

Für wen passt welches Modell?

Einzelnes Mehrfamilienhaus mit einem Netzanschluss?
→ ZEV. Einfachste und meist wirtschaftlichste Lösung.
 
Mehrere Gebäude auf benachbarten Parzellen?
→ vZEV. Verbindung ohne bauliche Eingriffe, Smart Meter Pflicht.
 
Überschussproduktion, die intern nicht verbraucht wird?
→ LEG. Grösserer Teilnehmerkreis, Netzgebührenrabatt.

Wichtig: Die Modelle schliessen sich nicht gegenseitig aus. Ein MFH kann intern einen ZEV betreiben und Überschüsse gleichzeitig in eine LEG einspeisen.

Was oft vergessen geht: der Betrieb

Die Wahl des Modells ist der erste Schritt. Was danach kommt, entscheidet über den Erfolg: korrekte Abrechnung, transparente Tarife für Mieter, Monitoring der Anlage und regelmässige Überprüfung. EP Vision begleitet dich bei der laufenden Betriebsführung – unabhängig, ohne Herstellerinteresse.

Fazit

ZEV, vZEV und LEG sind drei unterschiedliche Werkzeuge für drei unterschiedliche Situationen. Wer das passende wählt, senkt Kosten und erhöht den Eigenverbrauch. Wenn du unsicher bist, welches Modell zu deiner Liegenschaft passt: Buche ein kostenloses Erstgespräch.

Häufige Fragen zu ZEV, vZEV und LEG

Was ist der Unterschied zwischen ZEV und vZEV?

Der ZEV nutzt das interne, private Netz einer Liegenschaft. Der vZEV nutzt zusätzlich die öffentliche Anschlussleitung, um mehrere Gebäude oder Parzellen zu verbinden – ohne bauliche Eingriffe. Bei beiden fallen keine Netzgebühren für intern genutzten Solarstrom an.

Fallen bei der LEG Netzgebühren an?

Ja. Im Gegensatz zum ZEV und vZEV nutzt die LEG das öffentliche Netz. Dafür gilt ein Rabatt von bis 40 % auf die Netznutzungsgebühren der genutzten Transformationsnetzebene.

Kann ich ZEV und LEG gleichzeitig betreiben?

Ja. Ein Mehrfamilienhaus kann intern als ZEV funktionieren und Überschussproduktion in eine LEG auf Quartierebene einspeisen. Die Modelle schliessen sich nicht aus.

Brauche ich für einen ZEV einen Smart Meter?

Beim klassischen ZEV ist ein Smart Meter pro Einheit empfohlen, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Beim vZEV und der LEG ist er für alle Teilnehmer Pflicht.

Ab wann ist eine LEG in der Schweiz möglich?

Seit dem 1. Januar 2026. Netzbetreiber haben nach der Anmeldung drei Monate Zeit zur Bildung der LEG.

Welches Modell ist am wirtschaftlichsten?

Das hängt von der Liegenschaft ab. Für ein einzelnes MFH ist der ZEV meist am wirtschaftlichsten. Der vZEV lohnt sich bei mehreren Gebäuden, die LEG bei grossen Überschüssen oder Quartierlösungen.

Quellen

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